DGS

Definition von Gebärdensprache

Gebärdensprachen sind visuelle Sprachen, die sich innerhalb der gehörlosen Gemeinschaften in der ganzen Welt auf eine natürliche Weise entwickelten. Früher wurden Gebärdensprachen nur als „Pantomime“ oder „gebrochene Form der gesprochenen Sprache“ betrachtet.

In verschiedenen Forschungszentren der Vereinigten Staaten und Europas haben wissenschaftliche Studien seit 1960 umfassende linguistische Beweise liefern können, dass die Gebärdensprache der Gehörlosen nicht nur als vollwertige Sprache anzusehen ist, sondern auch eigene grammatikalische Strukturen besitzt.

Es ist immer die Kombination aus den Gebärden, die nur mit den korrekt ausgeführten Parametern Handform, Handstellung, Bewegung und Ausführungsort einen Sinn ergeben und dies auch nur mit der passenden Mimik und dem entsprechenden Mundbild.

Die Gebärdensprache ist demnach nicht für den Gehörlosen als sprachliches Hilfsmittel
erfunden worden und somit an die jeweilige Nation gebunden. Die Deutsche Gebärdensprache unterliegt zudem noch regionalen Dialekten. Diese machen sich in der unterschiedlichen Ausführung einzelner Gebärden bemerkbar.

Seit dem 1. Mai 2002 ist die Deutsche Gebärdensprache (DGS) mit Inkrafttreten des § 6 Absatz 1 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) als eigenständige Sprache anerkannt.

*Herzensangelegenheit

Gedanken lebendig zu halten und weiterzugeben.

Dabei möchte ich hörende Mitmenschen dazu ermutigen, sich für diese besondere Form der Kommunikation zu öffnen. Während ich dies schreibe, habe ich das Bild meiner Frau Andrea vor Augen, die mich vor bald 30 Jahren fragte, wie sie meinen gehörlosen Eltern bei der ersten Vorstellung begegnen und mit ihnen kommunizieren soll. Ich sagte: „Bleib Du selbst, lass Dich fallen. Sprich einfach langsam und deutlich, nicht laut. Du wirst sehen, das geht von ganz allein.“ Mit der ihr eigenen ungezwungenen Offenheit, Fröhlich- und Natürlichkeit, für die ich sie liebe, hat sie dann auch das Herz meiner Eltern im Sturm erobert.

Was ich sagen will? Haben Sie keine Scheu. Haben Sie keine Angst davor, etwas falsch zu machen, wenn Sie auf einen Menschen mit Hörbehinderung treffen. Meine Überzeugung ist, dass alle Menschen gleichberechtigt miteinander leben sollten. Geben Sie (hör-) behinderten Mitmenschen das Gefühl und das Wissen, gleichgestellt und wertvoll zu sein. Gleichstellung ist neben Selbstbestimmung und Teilhabe ein Grundrecht, für das – und daran soll hier durchaus auch erinnert werden – lange Zeit gekämpft werden musste, und das auch noch gar nicht so lange gesetzlich verankert ist. Ich danke daher jedem Einzelnen, der sich in diesem offenen und unvoreingenommen Umgang übt.

“Mal im Mittelpunkt stehen.

Das macht mich glücklich.“

Laura

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